Was ist eine Annuität beim Immobilienkredit?

Die Annuität (lat. "annus" = Jahr) ist die konstante monatliche oder jährliche Rate bei einem Annuitätendarlehen — bestehend aus Zinsanteil und Tilgungsanteil. Der Zinsanteil sinkt mit jeder Zahlung (weil die Restschuld kleiner wird), der Tilgungsanteil steigt entsprechend. Die Gesamtrate bleibt konstant.

Direkt loslegen: Tilgungsplan kostenlos erstellen — Tilgungsplan-Rechner kostenlos nutzen →

Annuität berechnen: Die Formel

Monatsannuität = Kreditbetrag × (Monatszins × (1 + Monatszins)^n) / ((1 + Monatszins)^n − 1)

Praxis-Tipp: Rechne immer mit der Nettomietrendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Erfahrene Investoren kalkulieren mindestens 2 €/m² Instandhaltung pro Monat und 5–10 % Mietausfall-Reserve ein. Wer das vergisst, rechnet sich die Investition schön.

Einfacher gemerkt: Kreditbetrag × (Jahreszins + Tilgung) / 12 — das ist eine gute Näherung für typische Laufzeiten.

Beispiel: 200.000 € Kredit, 3,5 % Zins, 2 % Tilgung:

  • Jahresrate: 200.000 × (3,5 % + 2 %) = 11.000 €
  • Monatsrate: 11.000 / 12 = 917 €/Monat

Diese Annuität bestimmt direkt den monatlichen Cashflow deines Objekts.

Wie entwickelt sich der Tilgungsplan über die Zeit?

JahrRestschuld AnfangZinsenTilgungAnnuität
1200.000 €7.000 €4.000 €11.000 €
5182.500 €6.388 €4.612 €11.000 €
10160.400 €5.614 €5.386 €11.000 €
20115.000 €4.025 €6.975 €11.000 €

Entscheidend: In frühen Jahren fließt der Großteil der Annuität in Zinsen. Nach 10 Jahren hat sich das Verhältnis zugunsten der Tilgung verschoben. Das ist auch der Grund warum Sondertilgungen früh so wirksam sind — sie reduzieren die Zinsgrundlage für die restliche Laufzeit. Für die vollständige Finanzierungsrechnung nutze unseren Finanzierungskosten-Rechner.

FAQ: Annuität berechnen

Wie viel Tilgung sollte ich wählen?

Mindestens 1 % (Bankminimum), besser 2–3 %. Bei 1 % Tilgung läuft der Kredit ca. 35 Jahre. Bei 2 %: ca. 26 Jahre. Bei 3 %: ca. 20 Jahre. Faustregel: Tilgung so hoch wählen wie der monatliche Cashflow es erlaubt. Cashflow-Puffer von 100–200 €/Monat lassen. Sondertilgungsrecht (5–10 %/Jahr) verhandeln für flexible Zusatzzahlungen.

Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins?

Nominalzins: reiner Zinssatz ohne Nebenkosten. Effektivzins: gesamte Finanzierungskosten (Nominalzins + Bearbeitungsgebühren + Kontoführung), ausgedrückt als jährlicher Prozentsatz. Gesetzlich (§ 492 BGB) muss immer der Effektivzins ausgewiesen werden. Für Vergleiche: immer Effektivzins nehmen! Unterschied beträgt typisch 0,1–0,3 % — auf 200.000 € und 20 Jahre sind das 4.000–12.000 € echte Kostendifferenz.

Verwandte Artikel: Immobilienfinanzierung für Einsteiger: Alle Grundlagen erklärt | Tilgung bei Immobilien: Wie viel ist optimal? Mit Rechenbeispielen | Eigenkapital bei der Immobilienfinanzierung: Wie viel ist nötig? | Wie die Finanzierung deinen Immobilien-Cashflow beeinflusst