Viele erfahrene Immobilieninvestoren schwören auf das Mehrfamilienhaus. Bessere Rendite pro investiertem Euro, weniger Leerstandsrisiko, effiziente Verwaltung – klingt ideal. Was steckt wirklich dahinter?

Vorteile gegenüber Einzelwohnungen

  • Günstiger pro Einheit: Kaufpreis pro m² oft 10–20 % unter Einzelwohnungen
  • Risikodiversifikation: 6 Mieter = 6 Cashflow-Quellen
  • Effizient: Eine Versicherung, eine Verwaltung, eine Heizungsanlage
  • Wertsteigerung skalierbar: Modernisierung steigert alle Wohnungen gleichzeitig

Nachteile und Risiken

  • Höheres Kapitalvolumen: Einstieg ab 300.000–500.000 € (je nach Lage)
  • Keine WEG: Du trägst alle Kosten allein – Dach, Heizung, Fassade
  • Verwaltungsaufwand: Ohne Hausverwaltung sehr zeitintensiv
  • Weniger liquide: Schwerer zu verkaufen als eine Eigentumswohnung

Wann ist der Einstieg sinnvoll?

  • Eigenkapital ab 150.000–200.000 € verfügbar
  • Erfahrung mit mindestens 1–2 Eigentumswohnungen
  • Entweder Zeit für Selbstverwaltung oder Budget für Hausverwaltung
  • Lage mit solider, langfristiger Mietnachfrage

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Immobilien als Kapitalanlage: Vor- und Nachteile

KriteriumImmobilienETFs/Aktien
Renditepotenzial3–8 % mit Hebel6–9 % historisch
Leverage-EffektJa (Bankkredit günstig)Ja (teuer, Wertpapierkredit)
LiquiditätSehr gering (Monate)Sehr hoch (Sekunden)
SteuervorteileSehr hoch (AfA, Zinsabzug)Begrenzt
VerwaltungsaufwandHochSehr niedrig
Einstiegshürde50.000–150.000 €Ab 25 €/Monat

Leverage-Effekt: Warum Immobilien so attraktiv sind

Kaufpreis: 300.000 € | Eigenkapital: 60.000 € | Darlehen: 240.000 €

Jahresmieteinnahmen: 11.400 € | Tilgung: 4.800 €

Ertrag auf eingesetztes Kapital (60.000 €): (11.400 + 4.800) ÷ 60.000 = 27 % EK-Rendite

→ Dank Hebel 7× höhere Rendite auf eingesetztes Kapital als ohne Kredit

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Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich Immobilien als Kapitalanlage?

Ab ca. 3,5 % Nettomietrendite ist eine Immobilie als Kapitalanlage grundsolide. Darunter muss Wertsteigerung die Lücke schließen.

Wie viele Immobilien brauche ich für finanzielle Freiheit?

Faustregel: Jahresmieteinnahmen = Jahresausgaben. Bei 40.000 €/Jahr Bedarf ca. 10–15 gut gewählte Einheiten.

ETFs oder Immobilien?

ETFs: liquider, diversifizierter, einfacher. Immobilien: Hebeleffekt und Steuervorteile. Beste Strategie: beides kombinieren.

MFH vs. ETW: Die Entscheidungsmatrix

KriteriumMehrfamilienhausEigentumswohnung
Einstiegspreis300.000-2.000.000 e80.000-600.000 e
VerwaltungsfreiheitKomplett (eigene WEG)WEG-Beschluesse binden
LeerstandsrisikoDiversifiziert (mehrere WE)Alles oder Nichts
FinanzierungKomplexer, oft gewerblichStandardbank, einfacher
MietrenditeTendenziell hoeher (5-7 % brutto)Geringer (3-5 %)
WertsteigerungStark vom Zustand abhaengigMarktbewegung

Wann lohnt sich ein MFH?

Ein Mehrfamilienhaus rechnet sich, wenn:

Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage: Lohnt sich der Einstieg?
  • Bruttomietrendite mindestens 6 % (Ruhrgebiet, Sachsen) oder 5 % (B-Staedte)
  • Kaufpreisfaktor unter 17-18 (fuer positiven Cashflow)
  • Zustand: Dach, Heizung, Elektro in den naechsten 10 Jahren nicht faellig
  • Lage hat stabile Nachfrage (Uni-Stadt, Industriezentrum)
  • Du hast Zeit und Know-how fuer Verwaltung (oder zahlst einen guten Verwalter)

Typische MFH-Kalkulation (6 Parteien, Essen)

PositionBetrag
Kaufpreis420.000 e
Kaufnebenkosten (9,5 %)39.900 e
Gesamtinvestition459.900 e
Jahreskaltmiete (6 x 700 e)50.400 e
Bruttomietrendite10,96 % (auf Gesamtinvest: 9,35 %)
Verwaltung (5 %)-2.520 e
Instandhaltung (1 % KP)-4.200 e
Grundsteuer-1.800 e
Netto-Jahresmiete41.880 e
Nettomietrendite9,11 %

Fehler beim MFH-Kauf vermeiden

  • Zustand unterschaetzt: Altbauten haben oft Sanierungsbedarf (Dach, Fassade, Heizung = 50.000-150.000 e)
  • Mieten nicht hinterfragt: Sind die angegebenen Mieten ortsueblch? Oder Schoenheitsmieten fuer Verkauf?
  • Leerstandsquote nicht geprueft: 20 % Leerstand vernichtet die Rendite
  • Keine Ruecklage eingeplant: Ein grosser Schaden ohne Reserve = Notverkauf

FAQ: Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage

Lohnt sich ein Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage?

Ja, Mehrfamilienhäuser (3–12 Einheiten) sind die effizienteste Form der Immobilienanlage: Verwaltungskosten pro Einheit geringer, kein Hausgeld-Verlust, volle Kontrolle über Sanierungen. Rendite typisch 0,5–1,5 % besser als Einzelwohnungen. Nachteile: höheres Kapital nötig, Klumpenrisiko konzentriert sich.

Ab wann lohnt sich ein professioneller Hausverwalter?

Ab 4–6 Einheiten macht eine Hausverwaltung wirtschaftlich Sinn. Kosten: 5–8 % der Jahreskaltmiete (regional unterschiedlich). Bei 6 Einheiten à 500 € Kaltmiete = 36.000 €/Jahr Miete → Verwaltung kostet 1.800–2.880 €/Jahr = 300–480 €/Monat. Das ist deutlich weniger als deine eigene Zeit wert ist.

Wie finanziere ich ein Mehrfamilienhaus?

Banken bewerten MFH nach Ertragswertverfahren (Mieteinnahmen × Vervielfältiger). Finanzierung: typisch 70–80 % des Kaufpreises als Kredit möglich, bei gutem Ertragswert auch bis 85 %. EK-Bedarf: 20–30 % + Nebenkosten. Tipp: Rendite-Objekte lassen sich oft besser finanzieren als Eigennutz-Objekte, weil die Mieteinnahmen die Bonität stärken.