Das Mehrfamilienhaus gilt unter erfahrenen Immobilieninvestoren als die überlegene Anlageform – wegen besserem Cashflow, verteiltem Leerstandsrisiko und effizienter Verwaltung. Stimmt das?

Warum Mehrfamilienhäuser besser sind

  • Niedrigerer Preis pro Einheit: Ein MFH mit 6 Wohnungen kostet weniger pro Wohnung als 6 Einzelwohnungen
  • Verteiltes Risiko: Leerstand einer Wohnung trifft nicht den gesamten Ertrag
  • Effiziente Verwaltung: Ein Haus, eine Versicherung, eine Hausverwaltung
  • Höhere Gesamtrendite: Oft 4–6 % Bruttomietrendite erreichbar

Beispielrechnung 6-Parteien-Haus

MFH, 6 Wohnungen à 65 m², Kaufpreis 780.000 €, Sachsen-Anhalt: (Cashflow-Berechnung: 6 häufige Fehler und wie du s) (Immobilien-Cashflow optimieren: 6 konkrete Hebel f)

  • Gesamtmiete: 6 × 600 € = 3.600 €/Monat = 43.200 €/Jahr
  • Bruttomietrendite: 43.200 / 780.000 × 100 = 5,54 %
  • Kosten/Jahr: Verwaltung 3.600 + Instandhaltung 4.680 + Rücklage Leerstand 3.600 = 11.880 €
  • Netto: 43.200 – 11.880 = 31.320 €
  • Kaufnebenkosten (5 %): 39.000 €
  • Nettomietrendite: 31.320 / 819.000 × 100 = 3,82 %

Nachteile nicht vergessen

  • Höheres Eigenkapital nötig (mind. 150.000–200.000 €)
  • Selbst für Verwaltung verantwortlich (keine WEG)
  • Sanierungsrisiken trägt du allein
  • Weniger liquide (schwerer zu verkaufen als ETW)

Fazit

Für erfahrene Investoren mit ausreichend Kapital ist das Mehrfamilienhaus oft die beste Wahl. Für Einsteiger: Erst mit einer Eigentumswohnung starten, Erfahrung sammeln. Berechne deinen Cashflow mit unserem Cashflow-Rechner.

Praxis-Erfahrung: Negativer Cashflow ist kein Todesurteil — wenn Wertsteigerung und Steuervorteile die Differenz überwiegen. Aber: Rechne mit mindestens 3 Monaten Leerstand pro Jahr ein. Wer das nicht tut, wird von der Realität überrascht. Positiver Cashflow ab Tag 1 bleibt das Ziel.

Cashflow-Bestandteile: Vollständige Übersicht

PositionTypCashflow-Wirkung
KaltmieteEinnahme+
DarlehensrateAusgabe
Nicht umlegbares HausgeldAusgabe
InstandhaltungsrücklageRisikopuffer
Verwaltungskosten (falls extern)Ausgabe

Cashflow-Beispiel: 2-Zimmer-Wohnung Hannover

Kaufpreis: 240.000 € | Kaltmiete: 800 €/Monat

Darlehen: 200.000 € @ 3,9 %, 2 % Tilgung → Rate: 983 €/Monat

Nicht umlegbares Hausgeld: 120 €/Monat

Cashflow: −303 €/Monat

Tilgungsanteil: +333 €/Monat → Effektiver Vermögenszuwachs: +30 €/Monat

5 Wege zum besseren Cashflow

  • Höheres Eigenkapital → kleineres Darlehen, niedrigere Rate
  • Günstigerer Markt → kleinere Städte bieten höhere Anfangsrenditen
  • Tilgung reduzieren → 1 % statt 2 % spart ~80 €/Monat Rate
  • Marktmiete ausschöpfen → Bei Wiedervermietung aktuellen Mietspiegel prüfen
  • Hausgeld optimieren → Rücklagen und Verwaltungskosten in WEG-Versammlungen prüfen
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Häufige Fragen

Was ist ein guter monatlicher Cashflow?

In deutschen Großstädten ist positiver Cashflow ohne hohes Eigenkapital selten. Cashflow von −100 bis −200 €/Monat bei laufender Tilgung ist akzeptabel.

Wie unterscheidet sich Cashflow von Rendite?

Rendite = Ertrag auf eingesetztes Kapital. Cashflow = monatliche Liquidität. Beides sollte stimmen.

Kann ich mit negativem Cashflow trotzdem Gewinn machen?

Ja. Tilgung + Wertsteigerung kann den negativen Cashflow überkompensieren. Aber: du musst den Puffer aus eigenen Mitteln aufbringen.

MFH-Cashflow: Warum Mehrfamilienhaeuser andere Regeln haben

Ein Mehrfamilienhaus (MFH) funktioniert fundamental anders als eine Eigentumswohnung. Kosten und Einnahmen skalieren zwar, aber nicht linear — es gibt Groessendegressions-Effekte.

Vergleich: ETW vs. MFH gleicher Investitionsbetrag

Kennzahl3 x ETW (je 150.000 e)1 x MFH 6 WE (450.000 e)
Gesamtinvestition450.000 e + ~54.000 NKK450.000 e + ~40.000 NKK
Jahreskaltmiete3 x 7.200 e = 21.600 eca. 27.000 e (5 % brutto + Leerstand)
VerwaltungskostenHoeher (3 WEGs, 3 Verwalter)Niedriger (1 Verwalter, eigene WEG-freie Entscheidung)
InstandhaltungGeringer planbarSelbst steuerbar, besser planbar
Leerstandsrisiko33 % bei Ausfall einer ETW17 % bei Ausfall einer WE

MFH Cashflow-Rechnung: Praxisbeispiel

6-Parteien-Haus in Essen, Kaufpreis 480.000 Euro:

PositionBetrag/Monat
Kaltmiete 6 x 700 e+4.200 e
Zinsen (3,5 % auf 380.000 e)-1.108 e
Tilgung (2 % auf 380.000 e)-633 e
Hausverwaltung (5 % der Miete)-210 e
Instandhaltung (1 % KP p.a.)-400 e
Grundsteuer (pauschal)-200 e
Versicherung-80 e
Cashflow vor Steuern+1.569 e
Mietausfall-Puffer (5 %)-210 e
Cashflow nach Ruecklage+1.359 e

1.359 Euro positiver Cashflow pro Monat — das ist passives Einkommen, das Monat fuer Monat reinkommt.

Ab wann lohnt sich ein MFH?

  • Bruttomietrendite mind. 5,5 % (damit nach Kosten noch Cashflow uebrig ist)
  • Kaufpreisfaktor unter 18 fuer cash-flow-positives Investment
  • Zustand: Dach, Heizung, Fenster sollten in den naechsten 5-10 Jahren nicht faellig sein
  • Lage: Nachfrage-starke Stadt oder Gemeinde mit Bevoelkerungswachstum

FAQ: Cashflow Mehrfamilienhaus

Hat ein Mehrfamilienhaus mehr Cashflow als Einzelwohnungen?

Ja, typisch 10–20 % besserer Netto-Cashflow pro Einheit. Gründe: kein Hausgeld, direkte Kontrolle über Instandhaltungskosten, günstigere Hausverwaltung pro Einheit (5–6 % statt 8–10 % bei Einzelwohnung in fremder WEG), Skaleneffekte bei Versicherungen und Handwerkerverträgen.

Welcher Cashflow ist realistisch bei einem 6-Familienhaus?

Beispiel: 6 Einheiten à 600 € Kaltmiete = 3.600 €/Monat. Kaufpreis 480.000 € (KPF 22). EK 120.000 €, Kredit 390.000 € bei 3,5 % = Annuität 2.061 €/Monat. Hausverwaltung 180 €, Instandhaltung 360 €, Leerstand-Rückstellung 120 € = 2.721 €/Monat Kosten. Cashflow: 3.600 − 2.721 = +879 €/Monat.

Wie finanziere ich ein Mehrfamilienhaus als Einsteiger?

Einstieg in MFH: typisch 25–30 % EK + Nebenkosten. Bei 400.000 € MFH: 100.000–120.000 € EK + 40.000–48.000 € Nebenkosten = 140.000–168.000 € Gesamtkapital. Das ist für Einsteiger viel. Alternativer Einstieg: kleines MFH mit 3–4 Einheiten für 200.000–300.000 € (in ostdeutschen Städten realistisch) mit 70.000–100.000 € EK.