Konkrete Zahlen statt Theorie: Hier rechne ich eine typische 2-Zimmer-Anlageimmobilie vollständig durch – von der Miete bis zum monatlichen Überschuss oder Defizit.

Das Objekt

  • 65 m², 2 Zimmer, Hannover-Linden
  • Kaufpreis: 230.000 €
  • Kaltmiete: 780 €/Monat
  • Hausgeld: 220 €/Monat (davon 100 € nicht umlegbar)

Finanzierung

  • Eigenkapital: 55.000 € (inkl. NK)
  • Darlehen: 195.000 €
  • Zinssatz: 3,8 %, Tilgung: 2 %
  • Monatliche Rate: 943 €

Monatlicher Cashflow

  • Einnahmen: 780 €
  • Rate: 943 €
  • Nicht umlegbares Hausgeld: 100 €
  • Leerstandsrücklage (1 Monat/Jahr): 65 €
  • Cashflow: 780 – 943 – 100 – 65 = –328 €/Monat

Negativ – aber die Bruttomietrendite liegt bei 4,1 %, die Nettomietrendite bei ca. 3,1 %. Wertsteigerung und steuerliche Effekte können das Investment trotzdem sinnvoll machen. Berechne dein Szenario mit unserem Cashflow-Rechner.

Cashflow-Bestandteile: Vollständige Übersicht

PositionTypCashflow-Wirkung
KaltmieteEinnahme+
DarlehensrateAusgabe
Nicht umlegbares HausgeldAusgabe
InstandhaltungsrücklageRisikopuffer
Verwaltungskosten (falls extern)Ausgabe

Cashflow-Beispiel: 2-Zimmer-Wohnung Hannover

Kaufpreis: 240.000 € | Kaltmiete: 800 €/Monat

Darlehen: 200.000 € @ 3,9 %, 2 % Tilgung → Rate: 983 €/Monat

Nicht umlegbares Hausgeld: 120 €/Monat

Cashflow: −303 €/Monat

Tilgungsanteil: +333 €/Monat → Effektiver Vermögenszuwachs: +30 €/Monat

5 Wege zum besseren Cashflow

  • Höheres Eigenkapital → kleineres Darlehen, niedrigere Rate
  • Günstigerer Markt → kleinere Städte bieten höhere Anfangsrenditen
  • Tilgung reduzieren → 1 % statt 2 % spart ~80 €/Monat Rate
  • Marktmiete ausschöpfen → Bei Wiedervermietung aktuellen Mietspiegel prüfen
  • Hausgeld optimieren → Rücklagen und Verwaltungskosten in WEG-Versammlungen prüfen
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Häufige Fragen

Was ist ein guter monatlicher Cashflow?

In deutschen Großstädten ist positiver Cashflow ohne hohes Eigenkapital selten. Cashflow von −100 bis −200 €/Monat bei laufender Tilgung ist akzeptabel.

Wie unterscheidet sich Cashflow von Rendite?

Rendite = Ertrag auf eingesetztes Kapital. Cashflow = monatliche Liquidität. Beides sollte stimmen.

Kann ich mit negativem Cashflow trotzdem Gewinn machen?

Ja. Tilgung + Wertsteigerung kann den negativen Cashflow überkompensieren. Aber: du musst den Puffer aus eigenen Mitteln aufbringen.

Cashflow-Berechnung: Komplettes Beispiel Zweizimmer-Wohnung

Eine Zweizimmerwohnung ist der Klassiker unter den Kapitalanlage-Immobilien — groß genug für gute Mieteinnahmen, klein genug für überschaubare Kosten. Hier eine vollständige Cashflow-Berechnung.

Cashflow Berechnung mit Beispiel: Die 2-Zimmer-Wohnung komplett durchgerechnet

Objektdaten

PositionWert
LageHannover-Linden, 55 m², Baujahr 1975, saniert 2018
Kaufpreis220.000 €
Kaufnebenkosten (9 %)19.800 €
Kaltmiete780 €/Monat
Hausgeld gesamt290 €/Monat
Hausgeld umlegbar170 €/Monat
Finanzierung180.000 € FK, 3,8 % Zins, 2 % Tilgung

Monatlicher Cashflow-Rechner

PositionBetrag/Monat
Kaltmiete+780 €
Umlagefähiges Hausgeld (Durchlaufposten)+170 € / -170 €
Zinsen (3,8 % auf 180.000 €)-570 €
Tilgung (2 % auf 180.000 €)-300 €
Nicht umlegbares Hausgeld-120 €
Instandhaltungsrücklage (0,5 % KP)-92 €
Vermietungsaufwand (ca.)-20 €
Cashflow vor Steuern-322 €

Cashflow nach Steuern: AfA-Effekt

Bei 42 % Steuersatz und Gebäudeanteil 80 % (176.000 €) × 2 % AfA = 3.520 € Steuerabzug/Jahr:

Praxis-Tipp: Rechne immer mit der Nettomietrendite, nicht mit der Bruttomietrendite. Erfahrene Investoren kalkulieren mindestens 2 €/m² Instandhaltung pro Monat und 5–10 % Mietausfall-Reserve ein. Wer das vergisst, rechnet sich die Investition schön.
  • Steuerersparnis pro Jahr: ca. 1.478 € (3.520 € × 42 %)
  • Steuerersparnis pro Monat: +123 €
  • Cashflow nach Steuern: -322 € + 123 € = -199 €/Monat

Gesamtrendite nach 10 Jahren

PositionBetrag nach 10 Jahren
EK eingesetzt (Nebenkosten + 40k EK-Anteil)59.800 €
Cashflow-Zuzahlung gesamt (199 €/Monat × 10J)23.880 €
Gesamter EK-Einsatz83.680 €
Immobilienwert bei 2 % p.a. Steigerung268.400 €
Restschuld nach 10 Jahrenca. 144.000 €
Nettovermögen durch Immobilie124.400 €
Rendite auf EK-Einsatz+49 % in 10 Jahren

Trotz negativem monatlichem Cashflow ist die Gesamtrendite positiv — durch Wertsteigerung, Tilgung und Steuervorteile.

FAQ: Cashflow-Berechnung Beispiel

Wie berechne ich den monatlichen Cashflow einer 2-Zimmer-Wohnung?

Beispiel: 60 m², 200.000 € Kaufpreis, 700 € Kaltmiete. EK 50.000 €, Kredit 165.000 € bei 3,5 % Zins, 2 % Tilgung. Annuität: 165.000 × (3,5 % + 2 %) / 12 = 756 €. Hausgeld NK 120 €, Instandhaltung 75 €, Verwaltung 50 €. Cashflow: 700 − 756 − 120 − 75 − 50 = −301 €/Monat. Grenzwert.

Was ändert sich wenn ich mehr Eigenkapital einbringe?

Gleiche Wohnung mit 80.000 € EK (40 %) und 135.000 € Kredit: Annuität: 135.000 × 5,5 % / 12 = 619 €. Cashflow: 700 − 619 − 120 − 75 − 50 = −164 €/Monat. Noch negativ. Mit 100.000 € EK und 115.000 € Kredit: Annuität 527 €. Cashflow: 700 − 527 − 245 = −72 €/Monat. Zeigt: in teuren Lagen braucht man 50+ % EK für Break-Even.

Wie berechne ich die Eigenkapitalrendite bei dieser Wohnung?

Eigenkapitalrendite = (Gesamtrendite des Objekts − Fremdkapitalkosten) / EK. Objektrendite: 8.400 €/Jahr Miete − 2.900 € Kosten (exkl. Zins + Tilgung) = 5.500 € Mietüberschuss. Zinsen: 165.000 × 3,5 % = 5.775 €. Wirtschaftlicher Verlust: 5.500 − 5.775 = −275 €/Jahr auf Cashflow-Basis. Plus Tilgung (Vermögensaufbau): 165.000 × 2 % = 3.300 €. Netto-Vermögenszuwachs: 3.025 €/Jahr auf 50.000 € EK = 6 % EK-Rendite.