Die Kaufnebenkosten (Bundesnotarkammer) beim Immobilienkauf werden von vielen unterschätzt. Je nach Bundesland und ob ein Makler involviert ist, summieren sie sich auf 6–15 % des Kaufpreises. Das sind bei 300.000 € bis zu 45.000 € zusätzlich.

Die drei Hauptposten

1. Grunderwerbsteuer (GrEStG): 3,5–6,5 %

Der Satz hängt vom Bundesland ab. In Bayern zahlst du 3,5 %, in NRW 6,5 %. Bei 300.000 € sind das 10.500 € bis 19.500 €. Berechne es schnell mit unserem Nebenkosten-Rechner. (Kaufnebenkosten senken: So sparst du beim Immobili)

2. Notar und Grundbuch: ca. 1,5–2 %

Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und beantragt die Eigentumsumschreibung. Die Kosten richten sich nach dem Kaufpreis (GNotKG) und liegen typischerweise bei:

  • Notarkosten: ca. 1,0–1,5 % des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: ca. 0,5 % des Kaufpreises

3. Maklerprovision: 0–7,14 % (je nach Vereinbarung)

Seit 2020 gilt das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, zahlt. Bei Privatverkäufen entfällt die Maklerprovision ganz. Bei gemischter Provision zahlen Käufer und Verkäufer je hälftig.

Typische Gesamtnebenkosten nach Bundesland

Bei 300.000 € Kaufpreis ohne Makler:

  • Bayern: 10.500 + 4.500 = 15.000 € (5 %)
  • Berlin: 18.000 + 4.500 = 22.500 € (7,5 %)
  • NRW: 19.500 + 4.500 = 24.000 € (8 %)

Mit Makler (3 % Käuferanteil): jeweils 9.000 € mehr.

Was viele vergessen: Diese Nebenkosten gibt es auch

  • Gutachterkosten (wenn gewünscht): 500–1.500 €
  • Grunderwerbsteuer bei Tiefgarage oder Stellplatz (falls separat verkauft)
  • Finanzierungskosten: Bereitstellungszinsen, Bankgebühren

Alle Kaufnebenkosten im Überblick

KostenpositionHöhePflicht?
Grunderwerbsteuer3,5 % (Bayern) – 6,5 % (NRW, BRB...)Ja
Notar- und Grundbuchkostenca. 1,5–2,0 %Ja
Maklerprovision (Käuferanteil)0–3,57 %Nur bei Makler
Gutachter/Sachverständiger500–2.000 € (Festbetrag)Empfehlung
Finanzierungskosten0–1 %Selten

Nebenkosten-Kalkulation: 350.000 € Kaufpreis NRW mit Makler

Grunderwerbsteuer (6,5 %): 22.750 €

Notar + Grundbuch (1,8 %): 6.300 €

Maklerprovision (3,57 %): 12.495 €

Gesamtnebenkosten: 41.545 € (11,9 %)

Ohne Makler: 29.050 € (8,3 %) → Ersparnis 12.495 €

So sparst du bei den Nebenkosten

  • Ohne Makler kaufen: Direktkauf vom Eigentümer spart bis zu 3,57 %
  • Inventar separat bewerten: Einbauküche etc. separat ausweisen — keine GrESt darauf
  • Bundesland wählen: Bayern und Sachsen haben mit 3,5 % die niedrigste Steuer
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Häufige Fragen

Müssen Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden?

In der Regel ja. Banken finanzieren Kaufnebenkosten nicht mit.

Kann ich Notar- und GrESt-Kosten steuerlich absetzen?

Als Vermieter: ja, sie erhöhen die Anschaffungskosten und AfA-Basis. Als Eigennutzer: nein.

Wann sind Notarkosten fällig?

Notarrechnung nach Beurkundung, fällig in 15–30 Tagen. Grunderwerbsteuer: 4 Wochen nach Steuerbescheid.

Alle Kaufnebenkosten im Überblick: Was beim Immobilienkauf noch draufkommt

Viele Käufer fokussieren sich auf den Kaufpreis und vergessen die Nebenkosten. Das kann teuer werden: In NRW kommen 9,07 % obendrauf, in Bayern "nur" 7,07 %.

Wichtig bei der Besichtigung: Lass die Immobilie vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen. Ein Gutachten kostet 500–1.500 €, kann aber vor versteckten Mängeln im Wert von zehntausenden Euro schützen. Besonders bei Altbauten: Dachstuhl, Fenster, Heizung und Elektrik immer prüfen.

Vollständige Nebenkostentabelle (Bundesland-abhängig)

KostenpositionBayernNRWBerlinHamburg
Grunderwerbsteuer3,5 %6,5 %6,0 %4,5 %
Notarkosten (ca.)1,5 %1,5 %1,5 %1,5 %
Grundbucheintragung0,5 %0,5 %0,5 %0,5 %
Maklerprovision (je 50/50)1,79 %1,79 %1,79 %1,79 %
Gesamtnebenkosten7,29 %10,29 %9,79 %8,29 %

Was sind Kaufnebenkosten konkret?

Grunderwerbsteuer

Einmalige Steuer auf den Kaufpreis, fällig nach Notartermin. Unterschiedlich nach Bundesland. Keine Möglichkeit zur Reduzierung außer durch Inventar-Aufteilung im Kaufvertrag.

Notarkosten

Gesetzlich geregelt im GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz). Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und ist für beide Seiten neutral. Ca. 1-1,5 % des Kaufpreises inkl. Grundschuldbestellung.

Grundbucheintragung

Das Grundbuchamt trägt den neuen Eigentümer ein. Ca. 0,4-0,6 % des Kaufpreises. Erst nach Eintragung bist du offiziell Eigentümer.

Maklerprovision

Seit 2020: Derjenige, der den Makler beauftragt (meist Verkäufer), muss mindestens 50 % zahlen. Käufer zahlt maximal denselben Betrag. Durchschnittlich 3,57 % Gesamtprovision = je 1,79 % Käufer + Verkäufer. Verhandelbar!

Nebenkosten finanzieren: Was ist möglich?

  • Die meisten Banken finanzieren NUR den Kaufpreis (100 % Finanzierung)
  • Nebenkosten müssen aus Eigenkapital bezahlt werden
  • Ausnahme: Einige Banken erlauben 110 % Finanzierung bei sehr guter Bonität (Nebenkosten eingeschlossen)
  • Faustregel: Eigenkapital ≥ Kaufnebenkosten + 10 % des Kaufpreises

Checkliste: Nebenkosten vollständig einplanen

  • Grunderwerbsteuer nach Bundesland korrekt berechnet?
  • Notarkosten-Angebot eingeholt (ca. 1,5 % des Kaufpreises)?
  • Maklerprovision: Wie hoch? Verhandlungsspielraum ausgelotet?
  • Eventuelle Gutachterkosten einkalkuliert (300-800 €)?
  • Renovierungskosten nach Kauf berücksichtigt?
  • Liquiditätspuffer von 3-6 Monaten Lebenshaltung noch vorhanden?

FAQ: Kaufnebenkosten

Wichtig: Deine Bonität beeinflusst direkt den Zinssatz, den du bekommst — schon 0,5 % Unterschied bedeuten bei 300.000 € Kredit über 10 Jahre mehr als 15.000 € Mehrkosten.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten bei einer Immobilie?

Gesamte Kaufnebenkosten: 7–12 % des Kaufpreises. Aufschlüsselung: Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 %, Notar + Grundbuch 1,5–2 %, Makler 0–3,57 % (je nach Bundesland). Bei 300.000 € und 10 % Nebenkosten = 30.000 € zusätzlich aus Eigenkapital.

Kann man Kaufnebenkosten steuerlich absetzen?

Bei Kapitalanlage (Vermietung): Ja! Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten werden dem Gebäudewert zugerechnet und über AfA abgeschrieben. Maklerprovision ebenfalls aktivierbar. Nur bei Eigennutzung: keine steuerliche Absetzbarkeit. Sparpotenzial: bei 42 % Steuersatz und 25.000 € Nebenkosten ca. 10.500 € AfA-Vorteile über die Laufzeit.

Gibt es eine Immobilie ohne Makler zu kaufen — und wie viel spart man?

Ja! Über Immoscout24 (Privatangebote), eBay Kleinanzeigen, Notare (Zwangsversteigerungen), oder direkte Ansprache in gewünschten Lagen. Ersparnis: 3–7 % des Kaufpreises (beidseitige Teilung seit 2020 in DE). Bei 300.000 €: bis zu 21.000 € gespart — erheblicher Vorteil für die Anfangsrendite.

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