Mietvertrag kündigen 2025: Fristen und Rechte
Die Kündigung eines Mietverhältnisses ist einer der häufigsten Streitpunkte im deutschen Mietrecht. Klare Regeln schützen beide Seiten — Mieter und Vermieter. Hier ist alles Wichtige.
Ordentliche Kündigung durch den Mieter
Der Mieter hat das Recht, jedes unbefristete Mietverhältnis ordentlich zu kündigen. Bedingungen:

- Kündigungsfrist: 3 Monate — gesetzlich festgelegt und nicht verlängerbar zulasten des Mieters
- Fristbeginn: Kündigung muss spätestens am 3. Werktag eines Monats zugegangen sein, damit dieser Monat zählt
- Form: Schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift — keine E-Mail!
Beispiel: Kündigung geht am 3. Oktober zu → Mietverhältnis endet am 31. Januar.
Ordentliche Kündigung durch den Vermieter
Der Vermieter hat ein eingeschränkteres Kündigungsrecht — Mieterschutz ist stark:
- Kündigung nur mit "berechtigtem Interesse" zulässig
- Wichtigste Kündigungsgründe: Eigenbedarf, erhebliche Pflichtverletzung durch Mieter, Hindernis an wirtschaftlicher Verwertung
Kündigungsfristen für Vermieter (§ 573c BGB):
- Mietverhältnis bis 5 Jahre: 3 Monate
- Mietverhältnis 5–8 Jahre: 6 Monate
- Mietverhältnis über 8 Jahre: 9 Monate
Eigenbedarf: Was Vermieter wissen müssen
Eigenbedarf ist der häufigste Vermieter-Kündigungsgrund:
- Vermieter (oder nahe Angehörige: Eltern, Kinder, Geschwister, Nichten/Neffen etc.) muss tatsächlich einziehen wollen
- Eigenbedarf muss im Kündigungsschreiben konkret begründet werden
- Muss eine dauerhafte Nutzung sein — keine Feriennutzung oder vorübergehende Verwendung
Mehr zu Vermieterrechten und -pflichten im Artikel Vermieter-Rechte und Pflichten.
Außerordentliche (fristlose) Kündigung durch Vermieter
Fristlose Kündigung ist möglich bei schwerwiegenden Verstößen des Mieters:
- Mietrückstand von mehr als zwei Monatsmieten (§ 543 BGB)
- Erhebliche Schäden an der Mietsache
- Unerlaubte Untervermietung
- Schwerwiegende Störung des Hausfriedens
Außerordentliche Kündigung durch Mieter
Mieter können fristlos kündigen wenn:
- Mietwohnung erheblich mangelhaft und Vermieter beseitigt Mängel trotz Frist nicht
- Gesundheitsgefährdung durch die Wohnung (z.B. erheblicher Schimmelbefall)
- Vermieter hat die Wohnung ohne Erlaubnis betreten
Befristete Mietverträge
Zeitmietverträge können von beiden Seiten vor Ablauf nur außerordentlich gekündigt werden. Ordentliche Kündigung ist während der Laufzeit ausgeschlossen — das ist der Sinn der Befristung.
Wichtig für Vermieter: Befristung ist nur in klar geregelten Ausnahmefällen möglich (§ 575 BGB) — z.B. wenn Eigenbedarf nach Ablauf geplant ist.
Schriftform ist absolut zwingend
Eine Kündigung via WhatsApp, E-Mail oder Telefon ist unwirksam. Einzige gültige Form: handschriftlich unterschriebenes Schreiben, per Post oder persönliche Übergabe. Bei persönlicher Übergabe: Quittung mit Datum und Unterschrift des Empfängers.
FAQ: Mietvertrag kündigen
Wie lang ist die Kündigungsfrist für Mieter?
Immer 3 Monate — gesetzlich festgelegt. Vertragliche Verlängerungen zulasten des Mieters sind unwirksam.
Kann der Vermieter ohne Grund kündigen?
Nein — Vermieter brauchen ein "berechtigtes Interesse" (z.B. Eigenbedarf). Grundlose Kündigung ist unwirksam.
Was ist wenn der Mieter die Kündigung ignoriert?
Vermieter muss Räumungsklage erheben. Das kann 6–18 Monate dauern. Rechtschutzversicherung empfohlen.
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