Warum die Mieterauswahl das Wichtigste ist
Eine falsche Mieterauswahl kann teuer werden: Mietausfälle, Schäden, monatelange Räumungsverfahren. Ein guter Mieter hingegen zahlt pünktlich, behandelt die Wohnung pfleglich und bleibt viele Jahre. Die Investition in eine sorgfältige Mieterauswahl rechnet sich immer.

Tipp 1: Professionelle Inserate erstellen
Ein gutes Inserat zieht bessere Bewerber an. Mindeststandards: 5+ Fotos (Tageslicht!), vollständige Wohnungsdaten (Größe, Zimmer, Etage, Baujahr, Energieklasse), ehrliche Beschreibung von Stärken UND Einschränkungen, klarer Kontaktweg.
Welche Plattformen? ImmobilienScout24 und Immowelt für maximale Reichweite. Facebook Marketplace zunehmend relevant für jüngere Zielgruppen. WG-Gesucht für WG-taugliche Wohnungen.
Tipp 2: Selbstauskunft und Unterlagen vorab anfordern
Vor dem Besichtigungstermin: Selbstauskunft mit Angaben zu Einkommen, Beschäftigung und vorherigen Vermietern anfordern. Das filtert unserverständliche Bewerber und zeigt, wer ernsthaft interessiert ist.
Unterlagen-Checkliste für Bewerber:
- Personalausweis-Kopie
- Letzten 3 Gehaltsabrechnungen oder Einkommenssteuerbescheid
- Schufa-Auskunft (nicht älter als 3 Monate)
- Mieterselbstauskunft
- Empfehlungsschreiben des Vorvermieters (optional, aber wertvoll)
Tipp 3: Die 3-fache-Miete-Regel
Faustregel: Das Nettoeinkommen des Mieters sollte mindestens das 3-fache der Kaltmiete betragen. Bei 800 € Kaltmiete also mindestens 2.400 € netto. Mieter unterhalb dieser Grenze haben ein erhöhtes Ausfallrisiko.
Tipp 4: Schufa-Auskunft selbst einholen oder prüfen
Bewerber können eine Selbstauskunft vorlegen — oder du gibst als Vermieter mit schriftlicher Erlaubnis des Bewerbers selbst eine Schufa-Auskunft in Auftrag. Kritisch: Negative Einträge (Pfändungen, eidesstattliche Versicherungen) sind Ausschluss-Kriterien.
Tipp 5: Besichtigungen strategisch führen
Einzelbesichtigungen sind effektiver als Massenbesichtigungen: Du nimmst dir Zeit für jeden Bewerber, kannst Fragen stellen und einen echten Eindruck gewinnen. Maximal 4–6 Besichtigungen pro Tag — sonst leidet die Qualität der Gespräche.
Tipp 6: Vormieter-Referenz einholen
Ein kurzes Telefonat mit dem Vorvermieter verrät mehr als jedes Dokument: War die Miete pünktlich? Gab es Beschwerden? Wie war die Wohnung beim Auszug? Die meisten Vorvermieter sind bei ehrlicher Nachfrage sehr offen.
Tipp 7: Mietvertrag rechtssicher gestalten
Veraltete Musterverträge aus dem Internet sind oft nicht aktuell und enthalten ungültige Klauseln. Empfehlung: Aktuellen Mietvertrag vom Haus & Grund oder Immobilienverwalterverband verwenden — oder professionell prüfen lassen.
Tipp 8: Kaution korrekt vereinbaren
Maximal 3 Kaltmieten als Kaution — das ist gesetzlich geregelt. Zahlung in Raten (3 Monatsraten) ist gesetzlich erlaubt, wenn der Mieter darauf besteht. Kaution auf separatem Treuhandkonto anlegen — nicht mit eigenem Geld vermischen!
Tipp 9: Übergabeprotokoll erstellen
Bei Einzug gemeinsam alle Räume begehen, Mängel notieren, Schlüssel dokumentieren — und beide unterschreiben. Das schützt Vermieter beim Auszug vor ungerechtfertigten Mängelrügen.
Tipp 10: Diskriminierungsverbot beachten
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Ablehnung wegen Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Als Vermieter darfst du ausschließlich nach wirtschaftlicher Eignung entscheiden (Einkommen, Schufa). Schriftliche Ablehnungsgründe: Immer nur wirtschaftliche Kriterien angeben.
Checkliste: Mieterauswahl
Schritt-für-Schritt-Checkliste
- Inserat professionell erstellen und auf allen relevanten Portalen schalten
- Vorab-Selbstauskunft anfordern
- Unterlagen vollständig prüfen (Einkommen, Schufa)
- 3-fache-Miete-Regel anwenden
- Einzelbesichtigung mit Gespräch durchführen
- Vormieter kontaktieren
- Entscheidung auf Basis wirtschaftlicher Kriterien
- Mietvertrag rechtssicher aufsetzen
- Kaution auf Treuhandkonto
- Übergabeprotokoll erstellen und unterschreiben
Rendite berechnen → | Mietpreisbremse | Nebenkostenabrechnung prüfen
FAQ Mietersuche
Darf ich den Mieter wegen Haustieren ablehnen?
Kleintiere (Hamster, Kanarienvögel) darf der Vermieter nicht verbieten. Hunde und Katzen können im Mietvertrag eingeschränkt werden — aber eine generelle Haustierverbotsklausel ist oft unwirksam.
Was passiert, wenn der Mieter keine Schufa-Auskunft vorlegt?
Du darfst auf einem freiwilligen Dokument bestehen und bei Ablehnung einen anderen Bewerber bevorzugen — solange du nicht diskriminierend vorgehst.