Was ist eine Selbstauskunft und wozu dient sie?

Die Selbstauskunft ist die Grundlage jeder Immobilienfinanzierung. Bevor eine Bank einen Kredit zusagt, will sie genau wissen: Wie viel verdienst du, was besitzt du, was schuldest du bereits – und wie zuverlässig zahlst du? Aus diesen Angaben leitet die Bank die maximale Kreditsumme, den Zinssatz und die Konditionen ab. Die Selbstauskunft ist für dich kostenlos, aber jede Angabe muss belegbar sein.

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Diese 5 Bereiche gehören in jede Selbstauskunft

BereichInhalt
FinanzierungsanlassKauf, Neubau, Modernisierung oder Umschuldung — plus Objektart und Kaufpreis
Persönliche AngabenAntragsteller, ggf. Mitantragsteller, Familienstand, Beschäftigungsverhältnis
Einkommen & AusgabenNettoeinkommen, laufende Kosten, daraus errechnet sich dein monatlicher Überschuss
VermögenGuthaben, Wertpapiere, bestehender Immobilienbesitz, Lebensversicherungen
Verbindlichkeiten & SchufaLaufende Kredite, Leasingverträge, Bürgschaften, Schufa-Selbstauskunft

Checkliste: Diese Unterlagen brauchst du zur Selbstauskunft

Als Angestellter: die letzten 3 Gehaltsabrechnungen, den letzten Einkommensteuerbescheid und einen Kontoauszug der letzten 3 Monate. Als Selbstständiger: die Bilanzen oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen der letzten 2–3 Jahre plus aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung. Dazu immer: gültiger Ausweis, aktuelle Schufa-Auskunft und – falls vorhanden – Nachweise über Eigenkapital (Sparbücher, Depotauszüge, Bausparverträge).

Häufige Fehler bei der Selbstauskunft

1. Verbindlichkeiten verschweigen

Ein Leasingvertrag oder Dispokredit, der nicht angegeben wird, taucht trotzdem in der Schufa-Abfrage der Bank auf. Die Diskrepanz wirkt wie ein bewusster Täuschungsversuch und führt fast immer zur Ablehnung.

2. Nettoeinkommen zu optimistisch ansetzen

Banken rechnen mit dem Durchschnitt der letzten Monate, nicht mit Einmalzahlungen wie Boni. Rechne konservativ — sonst platzt die Finanzierung erst in der Nachprüfung.

3. Konditionsanfrage und Kreditanfrage verwechseln

Frage bei mehreren Banken immer eine Konditionsanfrage an, keine Kreditanfrage. Konditionsanfragen erscheinen nicht in der Schufa, echte Kreditanfragen schon — mehrere davon kurz hintereinander senken deinen Score. (Bonität verbessern vor dem Immobilienkauf)

4. Selbstständige unterschätzen den Prüfaufwand

Banken verlangen bei Selbstständigen meist 2–3 Jahresabschlüsse, weil Einkommen stärker schwankt. Wer aktuelle BWA und Steuerbescheide sofort bereit hat, beschleunigt die Zusage erheblich.

So wirkt sich eine gute Selbstauskunft auf deine Konditionen aus

Die Selbstauskunft entscheidet nicht nur über das Ja oder Nein — sie bestimmt auch den Zinssatz. Wer Vermögen, Einkommen und Eigenkapital vollständig und stimmig belegt, bekommt bessere Konditionen als jemand mit lückenhaften Angaben, selbst bei identischem Objekt. (Eigenkapital beim Immobilienkauf: Wie viel brauche ich wirklich?) (Renditeimmobilien finanzieren: Strategien, Eigenkapital & Bankgespräch)

Finanzierung berechnen → | Bonität verbessern | Darlehensformen im Vergleich

FAQ: Selbstauskunft für die Bank

Kostet die Selbstauskunft etwas?
Nein, die Selbstauskunft selbst ist kostenlos. Kosten entstehen erst durch die Finanzierung (Zinsen, Bearbeitungsgebühren), nicht durch das Formular.

Wie lange ist eine Selbstauskunft gültig?
In der Regel 3–6 Monate. Danach verlangen die meisten Banken aktualisierte Gehaltsnachweise und einen neuen Schufa-Auszug.

Muss ich bei mehreren Banken jeweils eine neue Selbstauskunft ausfüllen?
Ja, jede Bank hat ein eigenes Formular. Inhaltlich sind die Angaben aber identisch — eine einmal vollständig zusammengestellte Unterlagenmappe lässt sich für alle Anfragen wiederverwenden.