Warum die SCHUFA-Auskunft so wichtig ist
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) sammelt Daten über die Zahlungshistorie von Personen — Kredite, Konten, Mobilfunkverträge, Mahnbescheide. Als Vermieter ist die SCHUFA dein wichtigstes Instrument, um das Zahlungsrisiko eines Mietbewerbers einzuschätzen. Ein Mieter mit schlechter SCHUFA kann existenzielle Mietausfälle verursachen.

Welche SCHUFA-Auskunft darfst du fordern?
Als Vermieter darfst du die sogenannte "Selbstauskunft" verlangen — die SCHUFA-Auskunft, die der Bewerber selbst bei der SCHUFA angefordert hat:
- Kostenlose Variante: SCHUFA-Eigenauskunft (§ 34 DSGVO) — einmal jährlich kostenlos. Zeigt alle gespeicherten Daten, aber keinen numerischen Score.
- Kostenpflichtige Variante: SCHUFA-BonitätsAuskunft (ca. 29,95 €) — zeigt Score und ist für Vermietervorlage optimiert.
Was du NICHT machen darfst: Selbst eine SCHUFA-Abfrage über die Mietschuldnerdatei oder andere Wege ohne Einwilligung des Bewerbers durchführen. Das wäre ein Datenschutzverstoß.
Den SCHUFA-Score verstehen
| Score-Wert | Bewertung | Empfehlung für Vermieter |
|---|---|---|
| 97–100 % | Sehr gut | Sorglos vermieten |
| 95–97 % | Gut | Vermieten, normales Risiko |
| 90–95 % | Befriedigend | Weitere Prüfung empfehlenswert |
| 80–90 % | Ausreichend | Vorsicht — erhöhtes Risiko |
| Unter 80 % | Mangelhaft bis ungenügend | Ablehnen oder nur mit erhöhter Sicherheit |
Was sagt die SCHUFA wirklich aus?
Die SCHUFA ist nützlich, hat aber Grenzen:
- Zeigt: Zahlungsausfälle, Mahnbescheide, Kreditrückstände, Insolvenzen, häufige Kontenwechsel.
- Zeigt nicht: Aktuelles Einkommen, Beschäftigungsstatus, Höhe von Schulden, persönliche Zuverlässigkeit.
- Alte Einträge: Negative Einträge werden nach 3 Jahren gelöscht (Ausnahme: Insolvenz = 3 Jahre nach Restschuldbefreiung). Ein alter Eintrag sagt wenig über das aktuelle Verhalten.
Was du zusätzlich zur SCHUFA fordern solltest
Allein auf die SCHUFA zu vertrauen ist unzureichend. Fordere immer auch:
- Gehalts-/Einkommensnachweise: Letzte 3 Gehaltsnachweise (Arbeitnehmer) oder Steuerbescheid (Selbstständige)
- Arbeitgeberbestätigung: Unbefristetes Arbeitsverhältnis? Probezeit abgelaufen?
- Vorvermieterbescheinigung: Bisheriger Vermieter bestätigt pünktliche Mietzahlung und ordentlichen Auszug
- Personalausweis-Kopie: Zur Identitätsprüfung
Faustregel: Das monatliche Nettoeinkommen sollte mindestens 3× die Kaltmiete betragen. Bei 800 € Miete: Nettogehalt mindestens 2.400 €.
Darf ich einen Bewerber wegen schlechter SCHUFA ablehnen?
Ja — du musst nicht vermieten. Als privater Vermieter hast du grundsätzlich das Recht, den Mieter frei zu wählen. Ausnahme: Diskriminierung aus Gründen des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) ist verboten — Ablehnung wegen Herkunft, Geschlecht, Religion etc. ist rechtswidrig. Eine schlechte SCHUFA ist ein legitimer, sachlicher Ablehnungsgrund.
Wichtig: Deine Bonität beeinflusst direkt den Zinssatz, den du bekommst — schon 0,5 % Unterschied bedeuten bei 300.000 € Kredit über 10 Jahre mehr als 15.000 € Mehrkosten.
FAQ: SCHUFA und Mieterbonität
Muss der Bewerber die SCHUFA freiwillig vorlegen?
Du kannst sie verlangen, aber du kannst niemanden zwingen. Ein Bewerber, der keine SCHUFA vorlegt, gibt dir ein Signal — handele entsprechend (andere Sicherheiten fordern oder ablehnen).
Was tun, wenn der Bewerber eine schlechte SCHUFA hat, aber überzeugend wirkt?
Höhere Kaution (bis 3 Monatskaltmieten), monatliche Zahlungsnachweise als Bedingung, oder Bürgschaft einer dritten Person als zusätzliche Sicherheit fordern. Oder die Entscheidung überdenken.
Ist die Mietschuldnerdatei dasselbe wie die SCHUFA?
Nein — die Mietschuldnerdatei (verschiedene Anbieter) enthält Mieter, die nachweislich Mietschulden hatten. Separate Abfrage, erfordert Einwilligung oder wird über spezialisierte Dienste durchgeführt.
Wie lange darf ich die SCHUFA-Auskunft aufbewahren?
Nur so lange, wie sie für die Mietentscheidung relevant ist (DSGVO). Nach Ablehnung oder Vertragsabschluss solltest du sie löschen — längere Aufbewahrung ist datenschutzrechtlich problematisch.
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