Warum Vermieter einen Haushaltsplan brauchen
Viele Vermieter — besonders Einsteiger — unterschätzen die finanzielle Komplexität von Vermietung. Die monatliche Miete läuft ein, aber wann kommt die nächste große Instandhaltungsrechnung? Wann wird Grundsteuer fällig? Wann müssen Rücklagen für die WEG-Eigentümerversammlung bereitgestellt werden? Ein strukturierter Haushaltsplan schafft Überblick, verhindert böse Überraschungen und macht die Steuererklärung deutlich einfacher.

Einnahmen-Seite: Was fließt rein?
| Position | Turnus | Hinweis |
|---|---|---|
| Nettokaltmiete | monatlich | Kerneinnahme, muss zuverlässig getracked werden |
| Betriebskostenvorauszahlung | monatlich | Wird jährlich abgerechnet — kein eigener Gewinn |
| Mietkaution (verzinslich) | einmalig | Gehört dem Mieter, ist zu separieren |
| Erstattungen (Versicherung, etc.) | unregelmäßig | Z. B. Versicherungsleistung nach Wasserschaden |
| KfW-Tilgungszuschuss | einmalig | Bei energetischer Sanierung möglich |
Ausgaben-Seite: Was fließt raus?
| Kostenblock | Turnus | Typische Höhe |
|---|---|---|
| Zinsen (Baudarlehen) | monatlich | Je nach Finanzierung, steuerlich absetzbar |
| Tilgung | monatlich | Nicht steuerlich absetzbar — Vermögensaufbau |
| Grundsteuer | vierteljährlich | Ca. 300–1.200 €/Jahr je nach Lage/Wert |
| Gebäudeversicherung | jährlich | 0,10–0,25 % des Gebäudewertes |
| Verwaltungskosten (Hausverwaltung) | monatlich | Ca. 25–40 € pro Einheit |
| Instandhaltungsrücklagen (WEG) | monatlich | Je nach Beschluss der WEG |
| Eigene Instandhaltungsrücklage | monatlich | Empfehlung: 1–1,5 €/m² monatlich |
| Steuerberater | jährlich | Ca. 300–800 €, steuerlich absetzbar |
| Diverse Werbungskosten | unregelmäßig | Fahrten, Inserate, Kommunikation |
Die Rücklage: Sicherheitspuffer für Instandhaltung
Viele Vermieter versäumen es, ausreichende Rücklagen zu bilden. Als Faustregel gilt:
- Neue Immobilie (unter 10 Jahre): 0,50–0,80 €/m² monatlich
- Mittleres Alter (10–20 Jahre): 0,80–1,20 €/m² monatlich
- Ältere Immobilie (über 20 Jahre): 1,00–1,50 €/m² monatlich
Bei einer 80 m² Wohnung (Altbau) bedeutet das ca. 100 €/Monat, also 1.200 €/Jahr. Klingt viel — aber ein neues Bad kann 8.000–15.000 € kosten.
Cashflow-Übersicht: Muster für eine Wohnung
| Position | Monatlich | Jährlich |
|---|---|---|
| Nettokaltmiete | + 900 € | + 10.800 € |
| Annuität (Zins+Tilgung) | – 650 € | – 7.800 € |
| Grundsteuer (anteilig) | – 50 € | – 600 € |
| Versicherung (anteilig) | – 20 € | – 240 € |
| Verwaltung | – 30 € | – 360 € |
| Instandhaltungsrücklage | – 80 € | – 960 € |
| Cashflow netto | + 70 € | + 840 € |
Diesen Cashflow können Sie exakt für Ihre Immobilie mit unserem Cashflow-Rechner berechnen. Die Rendite ermitteln Sie mit dem Nettomietrendite-Rechner.
Steuern einplanen
Mieteinnahmen sind steuerpflichtig — planen Sie jährlich Steuervorauszahlungen ein. Mit einem guten Steuerberater und sauber dokumentierten Werbungskosten lässt sich die Steuerlast deutlich reduzieren. Unser Artikel zu Werbungskosten als Vermieter erklärt, was alles absetzbar ist.
Tool-Empfehlung: Einfache Buchhaltung
Für Privatvermieter mit einer Handvoll Einheiten reicht oft eine gut strukturierte Excel-Tabelle. Für mehr Einheiten lohnen sich spezialisierte Tools wie Haufe Vermietungsmanager, Vermietet.de oder Steuererklärungstools mit Vermietungsmodul.
FAQ: Haushaltsplanung für Vermieter
Muss ich als Vermieter Bücher führen?
Nein, als privater Vermieter reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) für die Steuererklärung. Nur gewerbliche Vermieter mit entsprechendem Umfang brauchen eine doppelte Buchführung.
Was ist der Unterschied zwischen WEG-Rücklage und eigener Rücklage?
Die WEG-Rücklage (Instandhaltungsrücklage der Wohnungseigentümergemeinschaft) ist für gemeinschaftliche Bereiche (Dach, Fassade, Aufzug). Ihre eigene Rücklage ist für Renovierungen innerhalb Ihrer Wohnung (Bad, Küche, Böden).
Wie viel Rücklage ist sinnvoll?
Als Faustformel: 1 €/m² monatlich bei mittlerem Gebäudealter. Bei einem 80 m² Objekt also 80 €/Monat oder 960 €/Jahr.
Was tue ich, wenn der Cashflow negativ ist?
Ein negativer Cashflow ist nicht automatisch schlecht — die steuerlichen Vorteile (Absetzung von Zinsen, AfA, Werbungskosten) können den Verlust kompensieren. Wichtig ist, dass der Gesamtertrag (Cashflow + Tilgung + Wertzuwachs) positiv ist.
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