Die Grundfrage: Neubau oder Altbau?
Für Immobilieninvestoren ist die Wahl zwischen Neubau und Altbau eine der grundlegendsten Entscheidungen — und sie hat erhebliche Auswirkungen auf Rendite, Steuerbelastung, Instandhaltungsaufwand und Wertstabilität. Es gibt keine pauschale Antwort, welcher Typ "besser" ist: Es kommt auf Ihre persönliche Situation, Ihr Steuerprofil und Ihren Anlagehorizont an.

Rendite-Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Neubau | Altbau |
|---|---|---|
| Typischer Kaufpreis | Hoch (5.000–8.000+ €/m²) | Moderat bis hoch (2.500–5.000 €/m²) |
| Bruttomietrendite | 2,5–3,5 % | 3,5–5,5 % |
| Instandhaltungskosten | sehr niedrig (erste 10–15 Jahre) | Mittel bis hoch |
| Leerstandsrisiko | Gering (moderne Ausstattung) | Abhängig von Lage und Zustand |
| Wertsteigerung | Oft moderat (teuer eingekauft) | Oft stärker (günstiger Einkauf) |
| Mieterwechsel | Niedrig (hohe Zufriedenheit) | Mittel |
Steuerliche Unterschiede
AfA (Abschreibung)
Beide Typen können über die AfA steuerlich abgesetzt werden:
- Altbau (vor 1925 erbaut): 2,5 % AfA jährlich
- Standard (1925–2022 erbaut): 2 % AfA jährlich
- Neubau (ab 2023 fertiggestellt): 3 % AfA — das ist ein echter Neubau-Vorteil
Bei einem Neubau für 500.000 € Gebäudeanteil bedeutet 3 % AfA = 15.000 € jährliche Steuerabzug. Bei 40 % Steuersatz: 6.000 € Steuerersparnis pro Jahr.
Degressive AfA (Sonderregelung seit 2023)
Für Neubau-Wohngebäude, die ab Oktober 2023 begonnen wurden, gilt zusätzlich die degressive AfA von 5 % fallend — ein erheblicher Vorteil in den ersten Jahren.
Instandhaltungskosten: Der entscheidende Unterschied
Altbauten haben in der Regel höhere Instandhaltungskosten — aber nicht immer und nicht automatisch. Es kommt auf den Zustand an:
| Immobilientyp | Instandhaltungsrücklage (Empfehlung) |
|---|---|
| Neubau (< 10 Jahre) | 0,50–0,80 €/m² monatlich |
| Mittelalter (10–25 Jahre) | 0,80–1,20 €/m² monatlich |
| Altbau (> 25 Jahre) | 1,00–1,80 €/m² monatlich |
| Sanierungsbedürftig | 2,00–3,00 €/m² oder Einmalsanierung einrechnen |
Wertstabilität und Entwicklung
Neubau: Wird teuer eingekauft — Wertsteigerungspotenzial oft begrenzt. Dafür: langfristige Energieeffizienz (GEG-konform), geringe Betriebskosten, attraktiv für Mieter.
Altbau: Günstigerer Einstieg ermöglicht stärkere relative Wertsteigerung — besonders in aufwertenden Lagen. Risiko: steigende Sanierungsanforderungen durch Energievorschriften.
Wer sollte was kaufen?
| Profil | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Steueroptimierung jetzt | Neubau | 3 % oder degressive AfA, keine Renovierungsüberraschungen |
| Maximale Rendite | Altbau guter Lage | Günstigerer Einkauf, höhere Bruttomietrendite |
| Passives Management | Neubau | Wenig Instandhaltung, moderne Haustechnik |
| Aktiver Investor mit Handwerk | Altbau mit Sanierungspotenzial | Rendite durch Sanierung steigern |
| Kapitalanlage langfristig | Beide | Je nach Lage und Preis |
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Tipp: KfW-Förderung kann bei energetischen Sanierungen oder Neubau-Projekten die Finanzierungskosten erheblich senken.
FAQ: Neubau vs. Altbau
Welcher Immobilientyp bringt mehr Rendite?
In der Regel Altbau — günstigerer Einkauf bei vergleichbarer Miete ergibt höhere Bruttorendite. Aber: Altbau hat höhere Instandhaltungskosten, die die Nettorendite reduzieren.
Hat Neubau wirklich weniger Ärger?
In den ersten 10–15 Jahren meist ja. Keine großen Sanierungen, moderne Haustechnik, energieeffizient. Danach gleicht sich der Vorteil an.
Was ist mit Denkmalimmobilien?
Ein Sonderfall — hohe AfA (bis 9 % p. a. für 8 Jahre), aber strenge Auflagen bei Sanierung. Lesen Sie mehr in unserem Artikel zu Denkmalschutz und Steuern.
Zählt die degressive AfA auch für Bestandsimmobilien?
Nein — die degressive AfA von 5 % gilt nur für Neubauten mit Baubeginn ab Oktober 2023.
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